Drohnenabwehr

Drohnen – eine Bedrohung?

“Flugübungen für Einsteiger – So bekommen Sie Ihre Drohne unter Kontrolle” titelte SPON Ende Juli dieses Jahres. Laut einem Bericht der Deutschen Flugsicherung (DFS) geht man derzeit davon aus, dass es in Deutschland mehr als 400.000 Drohnen gibt, die meisten davon in privatem Besitz. Neben Hobby-Drohnen haben die unbemannten Luftfahrzeuge, wie sie korrekt bezeichnet werden, eine lange militärische Tradition. Nicht zuletzt deshalb wird in Sicherheitskreisen bereits seit einigen Jahren darüber diskutiert, welche Bedrohungen von Drohnen ausgehen, und ob man sie tatsächlich für die Wirtschafts- und Industriespionage oder für Terroranschläge einsetzen kann. Und wenn ja, wie man das verhindert.

Wer also in Drohnenabwehr investieren will, der sollte zunächst herausfinden, welche Art von Bedrohung tatsächlich von Flugdrohnen für ein Unternehmen oder eine Organisation ausgeht. Viel braucht es grundsätzlich nicht, um einen Drohneneinsatz zu planen: handelsübliche Drohnen mit den dazugehörigen Steuerungen gibt es im Internet, zur Bildübertragung dienen Laptop, Tablet oder Smartphone. Zusätzlich lassen sich Drohnen relativ problemlos mit zusätzlichen Kamerasystemen etwa zur Nachtsicht, Thermobildkameras oder Sensoren zur W-Lan Ausspähung ausstatten. Trotzdem ist es längst nicht so einfach wie man glauben mag Drohnen zum Spionieren einzusetzen.

Es gibt aber Szenarien, in denen die Bedrohung durchaus real ist. Justizvollzugsanstalten haben sich schon damit auseinandersetzen müssen, dass Drogen oder Telefone mithilfe von Drohnen eingeschmuggelt wurden. In zunehmendem Maße werden Drohnen auch  bei Konzepten zur Veranstaltungssicherheit berücksichtigt. Selbst zivile Flugdrohnen sind aktuell in der Lage ein Gewicht von 100 Kilogramm zu transportieren. Terroranschläge auf diesem Weg sind also vorstellbar. Derzeit ist es noch nicht zu nennenswerten Personenschäden gekommen, Zwischenfälle gab und gibt es aber genügend. Interessierte, die ernsthaft über Drohnenabwehr nachdenken, sind zudem häufig nicht ausreichend mit dem gesetzlichen Rahmen in Deutschland vertraut.

Wichtigste Voraussetzung ist die Detektion der Flugdrohne. Dazu kann man beispielsweise bestehende Videoüberwachungsanlagen und die Videoanalyse ergänzen. Die Software löst dann bei Flugobjekten einer bestimmten Größe Alarm aus. Jede kommerzielle Flugdrohne (keine Eigenbauten) hat eindeutige Erkennungsmerkmale, und die lassen sich mit Sensoren erkennen. Das ist eine Möglichkeit Drohnen zu detektieren. Ebenso wie Radar oder das Detektieren über typische akustische Muster. Andere wieder empfehlen, sämtliche der bekannten Technologien zu kombinieren. Grundsätzlich handelt es sich um einen relativ jungen Markt und entsprechend viel wird geforscht.

Seit Dezember 2015 müssen Drohnen übrigens bei der amerikanischen Luftfahrtbehörde FAA nicht nur registriert sein, sondern eine Art Nummernschild tragen. In Deutschland gibt es ähnliche Bestrebungen.

Schwierig ist die eigentliche Abwehr der schwirrenden Bedrohung. Hier ist längst nicht alles erlaubt, was gefällt. Einige Hersteller setzen auf Geofencing, eine Art programmierter Zaun auf Basis von GPS. GPS-Spoofing, also das Stören des Funksignals, ist umstritten und nicht überall erlaubt. Dazu kommen eher militärische Abwehrmethoden mit Hilfe von Fangdrohnen, Netzkanonen, Feuerwaffen, Lasern oder sogar Greifvögeln wie es in den Niederlanden getestet wird. Seit Ende des letzten Jahres engagiert sich auch die Deutsche Telekom beim Schutz vor Drohnen. Die Systeme sollen vor allem Orte wie Flughäfen, Sportstadien, Autoteststrecken oder Großereignissen mit Prominenten schützen.

Wer Maßnahmen zur Drohnenabwehr ergreifen sollte und wenn ja, welche, dazu sprechen Sie am besten mit den Experten von Concepture