In 5 Schritten zu einer Videoüberwachung

Sie sind nicht zu übersehen. Fast überall werden Kameras eingesetzt. In öffentlichen Räumen wie Parks, Parkplätzen, Bahnhöfen, Flughäfen  aber auch an Tankstellen, Banken und Museen finden sie ihren Einsatz. In der Industrie und in kritischen Infrastrukturen ist die Videoüberwachung unverzichtbar.

Aber wie komme ich zu meiner optimalen Videoüberwachung und wie sorge ich für die nötige Akzeptanz der Mitarbeiter und des Betriebsrates?

Hier nun 5 Schritte, wie Sie zu Ihrer optimalen Videoüberwachung kommen.

1. Schritt: Risikoanalyse

Um herauszufinden, in welchem Umfang eine Videoüberwachung sinnvoll ist, bedarf es einer Bewertung der Risiken

Die 3 wichtigen  Bausteine der Risikoanalyse die zu bewerten sind:

  • Die Assets

Welche Assets in Ihrem Unternehmen, möchten Sie schützen?

Assets können geheime Rezepturen bis hin zu Mitarbeitern des Unternehmens sein. Besonders geschützt werden müssen die Assets, die einen großen wirtschaftlichen Schaden anrichten können, wenn sie beschädigt oder gar abhanden kommen würden. 

  • Die Schwachstellen

Jedes Unternehmen hat gewisse schwache Stellen in der Sicherheitsarchitektur. Vielleicht haben Sie eine perfekte Firewall, aber eine Sicherheitslücke in Ihrer Zutrittskontrollanlage könnte einen schnellen und einfachen physischen Zugriff zu Ihrem Netzwerk zulassen.

  • Die Bedrohungen

Ohne Bedrohungen brauchen wir keinen Schutz. Je nachdem welche Assets Sie besonders schützen möchten, kommen automatisch die Überlegungen nach den möglichen Bedrohungen.

Wirtschaftsspionage, Einbruch, Sabotage oder Cyber Angriffe usw. eingestuft nach der Eintrittswahrscheinlichkeit und dem Schadensausmaß.

2. Schritt: Überwachung

Sind die schützenswerten Assets bekannt und eingestuft, kann man über die Möglichkeiten der Überwachung oder der Schutzmaßnahmen nachdenken. Nicht immer ist es sinnvoll eine Videoüberwachung einzusetzen. Vor Cyber-Kriminalität von außen kann man sich mit einer Videoüberwachung eher weniger schützen. Vor einem Angriff vor Ort schon. 

Um die richtige Technik einplanen zu können, muss man festlegen, was genau die Kamera überwachen und auswerten soll.

  • Verkehrswege von Personen/Fahrzeugen
  • Zugänge ins Gebäude
  • Gesichtserkennung
  • Gelände- Abgrenzungen (Perimeterschutz)
  • usw.

 

Je nach Einsatzort und Aufgabe, kann man die richtige Technik auswählen und einplanen.

Das Datenschutzgesetz sollte von Anfang an beachtet und der Betriebsrat mit eingebunden werden. Die Akzeptanz für eine Videoüberwachung bei den Mitarbeitern oder bei dem Betriebsrat stößt oftmals auf Gegenwehr. Lesen Sie hierzu unseren Beitrag 7 Gründe für die Videoüberwachung. Diese Argumente helfen Ihnen, mehr Akzeptanz zu gewinnen.

3. Schritt: Technik

Für jegliches Szenario gibt es die passende Kamera. Ob innen oder außen, ob nah oder fern, ob eine große Masse von Menschen oder einzelne Personen an einem Eingang.

Um die Kamera-Standorte festzulegen, sollte man das Projekt einmal begehen und die zu überwachenden Flächen dokumentieren. Je nach Blickwinkel ist der Einsatz von Kameramasten notwendig. Dabei muss dringend auf die Windlasten am Mast geachtet werden, wenn man keine wackeligen Bilder am Monitor sehen möchte. Aber auch für die Videobildanalyse sind stabile Bilder enorm wichtig, um häufige Fehlalarme zu vermeiden. Stehen die Standorte der Kameras fest, kann das Leitungsnetz geplant werden. Je nach Entfernung der Kameras und dem Datenverkehr auf den Leitungen, empfiehlt es sich gleich Lichtwellenleitungen (LWL) einzuplanen. Die Verkabelung erfolgt am besten sternförmig zum Videoserver.

4. Schritt: Bedienplatz/Leitstand

Die Größe des Bedienplatzes der Videoanlage ist abhängig von der Anzahl der Kameras die  aufgeschaltet werden. Bei größeren Mengen ist der Einsatz eines Video-Management-Systems durchaus sinnvoll, wenn nicht sogar unverzichtbar. Selbst erfahrene Mitarbeiter im Leitstand schaffen es nicht, mehrere Kameras über mehrere Stunden in Echtzeit auszuwerten. Die automatische Videobildanalyse hilft dabei Videobilder auszuwerten und zu alarmieren. Im Rahmen der Einrichtung, sollten mit dem Betriebsrat die Zugangsrechte auf Aufzeichnungen abgestimmt werden. Wer darf Live-Bilder sehen, Aufzeichnungen herunterladen und wer darf Einstellungen ändern? Ein Vier-Augen-Prinzip kann beispielsweise vor Missbrauch der Daten durch einzelne Personen im Wachdienst schützen.

5. Schritt: Wartung/Betrieb

Die Videoüberwachung ist installiert, die automatische Videobildanalyse programmiert und die Bedienplätze sind eingerichtet. Nun ist die optimale Videoüberwachung etabliert.

Wichtig ist eine Dokumentation über alle Videobilder zu erstellen mit Informationen wie

  • Bild von der Kamera
  • Aufgabe der Kamera
  • IP Adresse
  • Kamera Typ
  • Objektiv

 

Somit lässt sich eine Kamera bei einem Defekt schnell austauschen und Alarme auf dem Monitor besser nachvollziehen. Umwelteinflüsse wie z.B. wachsende Sträucher, Gräser und Bäume, können in der Videobildanalyse zu Fehlalarmen führen. Da ist der Gärtner gefragt, damit solche Einflüsse vermieden werden.