Elektroakustische Anlagen zur Notfallalarmierung

Sprachalarmierungsanlagen und Elektroakustische Anlagen zur Notfallalarmierung

Wenn elektroakustische Anlagen (ELA) zur Notfallalarmierung (ENS = elektroakustische Notfallwarnsysteme) eingesetzt werden, müssen sie einer Reihe von nationalen und internationalen Normen genügen und nach der seit 2003 geltenden DIN 14675 zertifiziert sein. Die Prüfungsfragen gelten in erweitertem Umfang auch für Planung, Betrieb und Instandhaltung von Sprachalarmierungsanlagen. Der Zentralverband der Elektroindustrie (ZVEI) hat ebenfalls entsprechende Qualitätsrichtlinien veröffentlicht.

Was aber tut eine ENS genau und inwiefern unterscheidet sie sich von einer Sprachalarmierungsanlage, kurz SAA?

Kurz gesagt dient eine ENS der gezielten akustischen Alarmierung zum Beispiel im Brandfall. Sie ist aber nicht Bestandteil der Brandmeldeanlage, sondern ein eigenständiges System. Im Gefahrenfall löst die Brandmeldeanlage ein akustisches Alarmsignal aus, das automatisch auf vorprogrammierte Lautsprecherlinien erfolgt. Damit die Anlage rund um die Uhr einsatzbereit ist, arbeitet sie mit einer Notstromanlage für einen Zeitraum von mindestens 30 Minuten. Das entspricht in etwas der Zeit, die man für eine Evakuierung braucht. Vorgaben für die Bereitschaftszeit liefern die örtlichen Sicherheitsorgane. ELA bezeichnet demgegenüber eine elektrische Lautsprecher- oder Beschallungsanlage, die im Wesentlichen dazu dient Informationen weiterzugeben. Etwa in Flughäfen, Bahnhöfen oder anderen öffentlichen Gebäuden.

Welchen zusätzlichen Nutzen bieten elektroakustische Notfallalarmierungsanlagen?

Im Gefahrenfall hat eine Sprachalarmierungsanlage einige Vorzüge gegenüber der normalen Signalgebung. Gerade in komplexen Gebäudestrukturen, in denen wir uns ja meistens bewegen, übernimmt eine SAA die Funktion zwischenmenschlicher Kommunikation: sie warnt schnell und via Sprache unmissverständlich. Ein bloßes akustisches Signal wird leicht als unverbindlich wahrgenommen und funktioniert eben nur eindimensional. Im Ernstfall vergrößert sich dadurch schlimmstenfalls das Zeitfenster zwischen Alarmierung und der Räumung des Gebäudes.

Die Sprachalarmierung kombiniert zwei wichtige Dinge miteinander: ein lautes, warnendes Tonsignal um die notwendige Aufmerksamkeit zu erregen und eine inhaltliche Botschaft, die eindeutig zur Handlung anleitet. Sprich, sie übermittelt, was genau man zu tun hat beziehungsweise was man unterlassen sollte. Das gilt insbesondere in öffentlichen Gebäuden, Stadien oder anderen Versammlungsstätten, Schulen, Hotels und Kaufhäusern. Hier ist eine SAA unabdingbar.

Der eigentliche Anlagenaufbau unterliegt in der Folge einer Reihe von weiteren Normen: der Anwendungsnorm DIN VDE 0833-4 (Teil 4 Sprachalarmierung) und den dazugehörigen Produktnormen der EN 54-Reihe für die Energieversorgung, die Zentrale und die EN 54-24 für passive Lautsprecher. Die an die obige VDE-Norm angegliederte EN 60268-16 erläutert wie die Sprachverständlichkeit einer SAA definiert ist. Zusätzlich unterscheidet man Sprachalarmierungssysteme nach bestimmten Sicherheitsstufen.

ENS und SAA sind komplexe Systeme. Im Ernstfall hängen Menschenleben davon ab, dass sie zuverlässig funktionieren.

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