Das sind die fünf häufigsten Brandursachen

In vielen Unternehmen werden große Anstrengungen unternommen, um gesetzliche Auflagen im Brandschutz zu erfüllen. Dies tun sie vornehmlich aus dem Antrieb, dass gesetzliche Repression ausbleibt. Wirksamer Brandschutz arbeitet jedoch präventiv – er verhindert Brände, bevor sie entstehen. Um dies tun zu können, müssen die häufigsten Brandursachen allerdings bekannt sein.

Umso unverständlicher ist es, dass für Brandursachen keine bundesweite Statistik von offizieller Stelle, oder eine von offizieller Stelle beauftragte Studie gibt. Gänzlich im Dunkeln muss man bei diesem Thema aber nicht tappen. Eine nicht repräsentative Statistik des Instituts für Schadenverhütung und Schadenforschung lässt aber Rückschlüsse auf die fünf häufigsten Brandursachen in Unternehmen zu. Kombiniert werden sollten diese Erkenntnisse mit dem Faktor “Prävention”. Eine Begehung im Unternehmen mit dem Augenmerk auf diese Ursachen kann einen großen Beitrag zum Brandschutz leisten. 

Fünf Kategorien von Brandursachen

Brandursachen werden gemeinhin in fünf Kategorien unterschieden. 

  • natürliche Ursachen
  • durch Tiere ausgelöste Brände
  • Selbstentzündung von Materialien
  • technische Brandursachen
  • Brandstiftung

Diese Kategorisierung ist als grobe Aufteilung zu verstehen. Zwischen den einzelnen Gruppen verlaufen keine klaren Trennlinien. Eine Brandstiftung kann fahrlässig entstehen, oder vorsätzlich. Ebenso kann ein natürliches Ereignis (Unwetter etc.) indirekt zu einem Brand führen.

Ursache 1: Elektrobrand

Wenig Überraschung auf dem Spitzenplatz dieser Liste: Elektrobrände sind (noch immer) die häufigste Brandursache in Unternehmen – in Privathaushalten übrigens ebenso. Was macht sie aber so gefährlich? Die Gefahr bei einem Elektrobrand liegt oftmals in der Art und Weise wie er entsteht. Sie haben zwar meist eine lange Entstehungszeit, sind dafür aber relativ unauffällig. Entstehen sie beispielsweise in einem nicht hoch frequentierten Bereich, können Elektrobrände lange unbemerkt bleiben. Wenn er dann bemerkt wird, hat der Brand seine Entstehungsphase bereits hinter sich gelassen und verursacht enorme Schäden. Anders als bei brandgefährlichen Arbeiten rechnet in diesem Falle niemand mit einem Brand – eine besondere Gefahr, nicht nur für Sachgüter, auch für die Menschen im Gebäude.

Präventiv gilt es daher zu prüfen, wie viele Elektrogeräte an Mehrfachsteckdosen eingesteckt sind, oder wieviele Mehrfachsteckdosen auf eine Steckdose eingesteckt sind. Gerade in Teeküchen gilt es feuerfeste Unterlagen zu kontrollieren und Elektrogeräte regelmäßig prüfen zu lassen. 

In Produktionsbereichen sollten Elektrobrände durch die Vermeidung von Überlastung und Kurzschluss meist in Verbindung mit einem nicht ausreichenden Leitungsquerschnitt vermieden werden. Ebenfalls wichtig sind in diesem Zusammenhang die Umgebungsbedingungen. In feuchten Umgebungen sollte bei Elektrogeräten verstärkt auf Stromkreisabsicherung geachtet werden. Generell sind Brandlasten so weit wie möglich von elektrischen Geräten und Kabeln fernzuhalten. Werden Räume selten genutzt, ist sicherzustellen, dass dort befindliche Elektrogeräte nur unter Aufsicht an den Stromkreislauf angeschlossen und dieser anschließend zuverlässig wieder unterbrochen wird.

Ursache 2: Menschliches Fehlverhalten

Leider ebenfalls nicht neu ist die zweithäufigste Ursache für Brände: Der Mensch selbst. Beispiele sind so zahlreich, dass man sie an dieser Stelle gar nicht alle aufzählen kann. Vergessene, brennende Kerzen, ein Topf, der alleine auf dem Herd vor sich hin schmort, eine achtlos weggeworfene Zigarette –  das sind nur die Klassiker aus dieser Kategorie. Menschliches Fehlverhalten ist für viele Brände im betrieblichen und privaten Umfeld verantwortlich. 

Den meisten Ursachen kann man mit relativ einfachen Methoden vorbeugen. Rauchverbote in Innenräumen, Verbot von offenem Feuer und Licht (LED-Kerzen als Alternative z.B.). Im Rahmen von Veranstaltungen, auf welchen Alkohol konsumiert wird (Weihnachtsfeier etc.) ist verstärkte Aufmerksamkeit geboten. Auch junge Mitarbeiter, welche sich statistisch bestätigt durch riskanteres Verhalten auszeichnen, sind besonders zu unterweisen und für das richtige Verhalten zu sensibilisieren. Auch Angehörige von Fremdfirmen, welche die Gegebenheiten und Gefahren unter Umständen nicht richtig einschätzen können, sind besonders zu unterweisen. 

Ursache 3: Brandstiftung

Hier ist die Faktenlage, die Zahlen betreffend, recht eindeutig. Sie werden als Straftaten innerhalb der Kriminalitätsstatistik der Polizei erfasst. Im vergangenen Jahr wurden auf diese Weise 20.000 Brandstiftungsdelikte auf Wohnhäuser, Betriebe oder öffentliche Anlagen gezählt. Die prophylaktischen Möglichkeiten, sich vor einer Brandstiftung zu schützen sind leider sehr begrenzt. Es bleibt nur der Hinweis, seine Brandschutzeinrichtungen in Schuss zu halten. Wird der Brand frühzeitig entdeckt, kann er dann entweder gelöscht, oder lange genug verzögert werden, bis die Feuerwehr Schlimmeres verhindern kann. 

Ursache 4: Überhitzung

Unter Überhitzung versteht man die Erwärmung eines Materials über dessen vorgesehen Temperaturbereich hinweg. Ein Beispiel dafür wäre ein Pfannenwender aus Kunststoff, welcher auf der heißen Herdplatte verbleibt. Erhitzen sich Gegenstände über deren Zündtemperatur hinaus, kann ein Brand entstehen. Soll dieses vermieden werden, ist es sinnvoll, entzündliche Materialien wie Holz oder Textilien vor größerer Hitzeeinstrahlung zu schützen. Denken Sie dabei aber nicht nur an offensichtliche Hitzequellen, wie Kerzen, Kamin, Herd und Ofen. Auch Heizungen und deren Zu- und Abläufe oder Lampen können eine beachtliche Wärmestrahlung entwickeln. 

Ursache 5: Feuergefährliche Arbeiten

Wenig überraschend, dass sich diese Arbeiten unter den TOP fünf befinden. Löten, Trennschleifen oder Schweißen fallen unter diese Bezeichnung. Solche Arbeiten sollten, sowohl im Betrieb, als auch im privaten Umfeld, Fachpersonal überlassen werden. Schnell kann es durch Funkenflug zu einem Brand kommen. Um das Brandrisiko hier so gering wie möglich zu halten, sollten die Vorgaben zum Brand- und Arbeitsschutz unbedingt eingehalten werden. Die Arbeiten sind ggfs. zu genehmigen und zu beaufsichtigen.