Kinderfotos von jedermann?

Sie haben ein Betriebsfest oder eine andere Festlichkeit, auf welchen Sie Fotos von einem gebuchten Fotografen anfertigen lassen wollen? Wenn bei diesen Veranstaltungen Kinder dabei sind, dann gibt es einige Auflagen der DSGVO zu beachten.

Wenn sie eine solche Veranstaltung planen, dann gibt es einige Schritte, die es zu beachten gilt. Unsere Handlungsempfehlung sieht wie folgt aus:

Schritt 1:

Sie beauftragen einen externen Fotografen zur Bildererstellung, so dass Sie einen Auftragsverarbeitungsvertrag mit ihm abschließen sollten. Als ersten Schritt sollten Sie diesen bei dem Fotografen anfordern und mir gerne zur Prüfung zukommen lassen. Sollte der Fotograf keine Vorlage haben, besteht die zweite Möglichkeit in einem implementierten DSMS. Dort sollten ebenfalls Vorlagen für solche Verträge zu finden sein.

Schritt 2:

Als Rechtsgrundlage für solche Fotografien kann nur Art. 6 Abs. 1 a DSGVO – die Einwilligung – hergenommen werden. Da Kinder unter 14 Jahren fotografiert werden, benötigen Sie die Einwilligung der erziehungsberechtigten Elternteile. Die Einwilligung könnte dann bestenfalls gleich verschiedene Bereiche abdecken wie beispielweise auch die eventuelle Veröffentlichung auf der Website oder in Jahrbüchern.

Schritt 3:

Zudem ist die Erfüllung der Informationspflichten nach Art. 13 DSGVO sicherzustellen, damit die Einwilligung auch informiert gegeben werden kann. Eine gute Zusammenfassung hierzu hat die Datenschutzbehörde des Bundeslandes Bayern vor einiger Zeit veröffentlicht:

https://www.datenschutz-bayern.de/5/schuelerfotos.html

Der Artikel bezieht sich zwar auf Schulen, dennoch sind in diesem Fall die Informationen klar aufgearbeitet und dargestellt, trifft dieses Szenario nicht zuletzt auch auf Schulen in vollem Umfang zu.

Die übrigen Gäste nicht vergessen

Gäste solcher Veranstaltungen fotografieren auch selbst. Das lässt sich meist nicht vermeiden und ist für eine lebendige und in Erinnerung bleibende Veranstaltung auch erwünscht und notwendig. Natürlich haben Sie als Veranstalter rein rechtlich gesehen das Hausrecht und damit auch die Möglichkeit, das Fotografieren zu verbieten. Es stellt sich aber berechtigterweise die Frage, ob das wirklich notwendig und sinnvoll ist. Es geht dabei rechtlich gesehen um zwei Punkte: das Anfertigen der Bilder sowie die eventuelle Veröffentlichung.

Anfertigen

Es gibt verschiedene Rechtsmeinungen, die herrschende Meinung geht momentan in die Richtung, dass der Geltungsbereich der DSGVO nach Art. 2 Abs. 2 c) DSGVO nicht gegeben ist. Dieser besagt, dass der Anwendungsbereich der Verordnung nicht eröffnet ist, wenn natürliche Personen personenbezogene Daten zur Ausübung ausschließlich persönlicher oder familiärer Tätigkeiten erheben. 

Veröffentlichung

Anders sieht es aus, wenn die Fotos nachher in den sozialen Medien veröffentlicht werden. Bevor diese veröffentlicht werden, sollte eine Einwilligung der betroffenen Person vorliegen. Im Alltag wird wohl kaum jemand eine Einwilligung einholen. In der Regel wird das auch nicht zu Problemen führen, da bei solchen Veranstaltungen fast jeder fotografiert. Dass es eventuell doch einmal zu rechtlichen Folgen kommen kann, ist allerdings nie auszuschließen.

Fazit

Als Fazit lässt sich damit sagen, dass sich derzeit keine Notwendigkeit ergibt, das Fotografieren auf Veranstaltungen zu verbieten. Sie würden über das Ziel hinausschießen. Klar ist hingegen, dass wer als Besucher der Veranstaltung (mit familiärem oder freundschaftlichem Bezug zu den Kindern) Fotos oder Videos anfertigt, bei der Veröffentlichung in sozialen Medien Sorgfalt walten lassen sollte, damit keine Konflikte entstehen. Das liegt natürlich in der Verantwortung der Person, die die Bilder ins soziale Netz hochlädt.