Perimetersicherheit und Freigeländeüberwachung

Wann spricht man von Perimetersicherheit bzw. einer Freigeländeüberwachung?

Aus der Perspektive der physischen Sicherheit betrachtet, spricht man von Perimeter-Sicherheit bzw. Freilandschutz, wenn eine bauliche Befestigung, eine baulich-technische Befestigung oder natürliche Barriere dazu genutzt wird, nicht berechtigte Personen oder Objekte von einer Umgrenzung/Umschließung abzuhalten oder Personen oder Objekte innerhalb eines Geländes/einer Umschließung zu halten. Dies ist zum Beispiel bei einer Justizvollzugsanstalt der Fall.

Ein historisches Beispiel

Ein bekanntes historisches Beispiel, bei dem ein physikalischer Perimter-Schutz errichtet wurde, um das eigene Souveränitätsgebiet und die eignen Werte zu schützen, ist der durch die Römer errichtete Hadrianswall.

Der Hadrianswall diente dabei ab 122 n. Chr. auf ca. 117 KM Länge als Grenzbefestigung zwischen Newcastle und Solway Firth. Vorrangig wurde er nicht nur zur Abwehr von Invasoren errichtet, sondern vielmehr auch dazu, durch die Steuerung und Überwachung des Personen- und Handelsverkehrs das Erheben von Steuern an den Grenzübergängen zu ermöglichen und Migration von schottischen und irischen Stämmen in das Gebiet der Provinz Britannia inferior zu begrenzen. Für die Errichtung wurden Mauern, Palisaden und auch natürliche Barrieren genutzt.

Je nach Schutzbedürfnis eines Unternehmens, einer Organisation oder eines Geländes können Perimeterschutzmaßnahmen in horizontaler und vertikaler Begrenzung durch eine Vielzahl von mechanischen Maßnahmen (z. B. einen Zaun) oder durch technische Systeme (z. B. Bodensensorik, Zutrittskontrollsysteme, Zaundetektionssysteme, Kamerasysteme etc.) hergestellt werden.

Ziel von Perimeterschutzmaßnahmen in vertikaler und horizontaler Ebene

Ziel aller Maßnahmen ist es, einen Schutz vor unbefugtem Zutritt, Diebstahl, mutwilliger Beschädigung, Sabotage, Einbruch oder auch Brandstiftung zu leisten.

Je nach Bedrohungsszenario wird zusätzlich die äußere vertikale Ebene bei der Perimeterausbildung berücksichtigt. Beispielhaft sei hier eine mögliche Bedrohung, die von Flugdrohen ausgehen könnte, genannt.

Um ein Ereignis auch unter wechselnden Umweltbedingungen mit einer hohen Zuverlässigkeit und hoher Verfügbarkeit der Systeme garantiert zu detektieren, werden häufig verschiedene Maßnahmen und Systeme kombiniert.

Wann sind Perimterschutzmaßnahmen wirkungsvoll und effektiv?

Effektive Perimeterschutzmaßnahmen müssen so getroffen werden, dass eine möglichst schnelle Alarmierung auf ein detektiertes und klassifiziertes Ereignis erfolgt, sodass das Zeitdelta zwischen Detektion und Reaktion möglichst gering ausfällt und der Interventionszeitraum für das Ergreifen von wirkungsvollen Gegenmaßnahmen verlängert werden kann.

Perimetersicherheit in der IT

Der Begriff Perimeter-Sicherheit findet sich auch als großes Themengebiet in der IT-Security wieder. Gemeint ist in diesem Fall die Abgrenzung, z. B. des Unternehmensnetzwerkes von einem öffentlichen Netzwerk, z. B. dem Internet. Etablierte Schutzmaßnahmen sind die Verwendung von Firewalls, IDS (Intrusion Detection System), IPS (Intrusion Prevention System) und Antiviren-Systemen.