Flugdrohnen – eine reale Bedrohung

Möglichkeiten zur Abwehr von Flugdrohnen

Flugdrohnen stellen eine ernst zu nehmende Bedrohung dar. Die Relevanz dieser Bedrohung variiert natürlich von Organisation zu Organisation. Justizvollzugsanstalten gehörten zu den ersten, die sich ernsthaft mit Flugdrohnen auseinandersetzen mussten. Das Einschmuggeln von Drogen und Telefonen lässt sich mit Flugdrohnen einfach und mit überschaubarem Risiko realisieren.

Wie ein dunkler Schatten begleitet das Szenario eines Terroranschlags unter Zuhilfenahme von Flugdrohnen insbesondere die Überlegungen zur Veranstaltungssicherheit. Die meisten Sicherheitskonzepte für Großveranstaltungen widmen sich dieser Bedrohung nicht im ausreichenden Maße (z.B. Flugdrohne nähert sich Angela Merkel auf wenige Meter).

Führt man sich vor Augen, dass manche zivile Flugdrohnen heute schon ein Gewicht von 100KG transportieren können, wird deren schreckliches Potential doch recht plastisch: so sind sie in der Lage nicht unerhebliche Mengen an Sprengstoff oder vollautomatische Waffen zu transportieren und zu steuern.

Vorfälle mit zivilen Drohnen – glücklicherweise keine hiervon mit terroristischen Motiven – gab es z.B. im Fußball in den letzten Jahren genügend. So ist es für die anstehende EM doch beruhigend zu wissen, dass Frankreich Maßnahmen zur Abwehr von Flugdrohnen ergreift.

Während Frankreich sich zum Schutze der Bevölkerung, vorbildlich um das Thema Flugdrohnen kümmert, scheinen andere noch zu schlafen. Dies mag daran liegen, dass einfach noch kein Vorfall mit Personenschaden passiert ist – was bei Sicherheitsthemen häufig zu einer fahrlässigen Zurückhaltung führt. Oder es mag daran liegen, dass Unsicherheit vorherrscht, ob und mit welchen Mitteln man der Bedrohung durch Flugdrohnen Herr werden kann. In diesem Fall möchte ich hier aushelfen und die heute bekannten (und im Rahmen unserer Gesetze möglichen!) Maßnahmen zur Drohnenabwehr auflisten.

Detektion von Flugdrohnen

Vorangestellt werden muss an dieser Stelle die Notwendigkeit der eindeutigen Detektion von Flugdrohnen. Schließlich helfen die besten Abwehrmaßnahmen nicht, wenn die Drohne im Anflug nicht als solche identifiziert wird. Hier gibt es derzeit folgende Ansätze:

  • Organisatorisch (Security Awareness): Mitarbeiter wissen um das Gefährdungspotential von Flugdrohnen, alarmieren und lösen so einen geregelten Prozess aus.
  • Videoanalyse (Konventionell): Bestehende Videoüberwachungsanlagen werden um auf den Himmel gerichtete Kameras ergänzt. Die Software zur Videoanalyse wird entsprechend parametriert und löst bei Flugobjekten einer definierten Größe einen Alarm aus.
  • Multisensorische Erkennung: Jede Drohne hat eindeutige Erkennungsmerkmale: Form, Größe, Bewegungsmuster – jedoch auch Fluggeräusche und WLan-Signale. Diese Merkmale werden mittels verschiedener Sensoren erfasst und auf Softwarebasis ausgewertet. Somit werden Falschalarme minimiert.

Abwehr von Flugdrohnen

  • Fangdrohne: Fängt eine feindliche Flugdrohne mit einem Netz. Voraussetzung: guter(!) Pilot, 24/7 verfügbar.
  • Feuerwaffe, Elektromagnetischer Pulse (EMP), Laser: Zerstörung der Drohne. Voraussetzung: behördliche Genehmigung, authorisierte Person.
  • Trainierte Greifvögel (kein Witz!): zumindest die niederländischen Behörden setzen auf dieses Konzept…
  • Netzkanone: Netz wird vom Boden oder Gebäude aus auf die Drohne geschossen. Problem: geringe Reichweite – also nicht zur Spionageabwehr geeignet.
  • Jammer/Spoofer: stört Funk- oder GPS-Verbindung – Drohne fliegt automatisch zurück zum Startpunkt oder stürzt ab.

 

Die oben dargestellten Maßnahmen funktionieren in der Praxis! Es gibt also keinen Grund, Bürgerinnen und Bürger, Besucher von Veranstaltungen oder Mitarbeiter von kritischen Infrastrukturen weiterhin der potentiellen Bedrohung durch Flugdrohnen auszusetzen. Frankreich kann uns hier als gutes Beispiel dienen.