Facebook erneut unter Druck

Wie am 05. September bekannt wurde, gab es bei Facebook erneut eine massive Datenpanne. Nach den Vorfällen der letzten Monate und Jahre gerät das soziale Netzwerk erneut unter Druck. Nach übereinstimmenden Berichten seien 420 Millionen Telefonnummern von Facebook-Usern abgegriffen und auf einer öffentlich zugänglichen Datenbank veröffentlicht worden. Das Unternehmen bestätigt zwar den Vorfall, relativiert aber zugleich.

Eine weitere Datenbank mit gestohlenen User-Daten von Facebook ist im Internet aufgetaucht. Sie enthält annähernd 420 Millionen Datensätze mit Telefonnummern von Facebook-Usern. Diese waren im Netz offen zugänglich. Wer die Datenbank zusammengestellt hat und zu welchem Zweck ist bisher unklar. Offenbar handelt es sich um eine Zusammenstellung von öffentlich zugänglichen Informationen. Facebook erklärt jedenfalls am 04. September, es „handele sich um alte Daten“. Diese seinen gesammelt worden, bevor das Unternehmen im vergangenen Jahr die Möglichkeit abschaffte, Bekannte mit Hilfe der Telefonnummer zu suchen und zu finden. Weiter führt das Unternehmen aus, man habe „derzeit keine Erkenntnisse, dass Accounts gehackt oder gekapert worden seien“.  

Unverschlüsselt im Netz

Entdeckt hatte die Datenbank ein IT-Sicherheitsforscher, wie TechCrunch berichtet. Diese sei unverschlüsselt zugänglich gewesen und inzwischen wieder entfernt worden. Wie TechCrunch weiter berichtet, seien 133 Millionen Daten von Usern aus den USA und 18 Millionen von Facebook-Usern aus Großbritannien gewesen. Ob noch andere User betroffen sind, ist bislang nicht bekannt.

Die Daten der User geben teilweise ausführlich Auskunft. Foto: techcrunch.com

Gefährlich ist die Veröffentlichung der Telefonnummern gleich in zweierlei Hinsicht. Klar und für jedermann verständlich ist der Datenverlust und das Bekanntwerden der Nummer an sich. Ebenfalls kann es aber problematisch werden, da diese Daten Cyber-Kriminellen die Möglichkeit eröffnen, ggfs. Account-Passwörter zurückzusetzen und die Profile damit zu kapern. Im negativen Sinne passend dazu war es, dass teilweise auch die Nutzer ID, also eine individuelle und persönliche Kennziffer, zugänglich waren. So gelangt man noch mehr Daten über die betroffene Person. So waren auch hier in einigen Fällen Nutzernamen, Geschlecht und Nationalität der Person einsehbar.

Immer wieder Datenpannen

Das ist nicht der erste Datenpanne bei Facebook und anderen zum Unternehmen gehörenden Sozialen Plattformen wie z.B. Instagram. Der letzte größere Skandal war im Frühjahr 2018 ans Licht gekommen, als Facebook über seine App millionenfach pikante Daten zum Wahlverhalten und politischen Einstellung angegriffen hatte.

„Nutzer sollten bei sozialen Netzwerken mit der gebotenen Vorsicht und Sensibilität für die eigenen Daten vorgehen. Werden spezielle Daten für bestimmte Funktionen verlangt, sollte ich abwägen, ob ich diese Funktion unbedingt nutzen möchte. Wenn nicht, dann „sparen“ Sie sich die Daten.“

Laura Liebermann, Datenschutzbeauftragte Concepture GmbH

Quellen:

https://futurezone.at/digital-life/telefonnummern-von-420-millionen-facebook-nutzern-im-netz-entdeckt/400596692?fbclid=IwAR39Oq1k_3rkOqIPBdBLlbhk2K2KWVb-NMYwt676DET7dKNm6DfrCs5UDBA

https://www.t-online.de/digital/internet/id_86392616/daten-panne-bei-facebook-telefonnummern-von-millionen-nutzern-im-netz-entdeckt.html

https://www.tagesschau.de/ausland/facebook-nutzer-telefonnummern-101.html

https://www.zdf.de/nachrichten/heute/millionen-telefonnummern-im-netz-datenpanne-bei-facebook-100.html

https://www.computerbild.de/artikel/cb-News-Internet-Facebook-Datenpanne-Telefonnummern-Scraping-24086583.html