Israel HLS & Cyber 2016

Where Physical & Cyber Security meet

Vom 14. bis zum 17. November 2016 fand zum vierten Mal die „Israel Homeland Security & Cyber Conference“ in Tel Aviv statt. Nachdem ich zuvor einige Highlights der Start up Szene mit herausragenden Lösungen zu Cyber Security besucht habe (…mehr dazu in meinen nächsten Blogs) hatte ich nun erstmalig die Chance diesem Event beizuwohnen.

Die Sicherheitsszene in Israel unterscheidet sich grundlegend von allem was wir in Europa gewohnt sind. Das kommt natürlich nicht von ungefähr. Israel muss sich, seit über 60 Jahren, mit einer – nennen wir es mal – angespannten Sicherheitslage abfinden. Über die Zeit hat sich somit ein Sicherheitsniveau und Sicherheitsverständnis gebildet, von dem wir in Europa weit entfernt sind. Es ist zwar sicherlich nicht so, dass wir Israel in dieser Sache nachstreben sollten, dennoch kann ich nicht umhin anzuerkennen, welch positives Image die Israelische Sicherheitsbranche genießt. Dem entsprechend konnte man auch den Kongress erleben: Selbstbewusste Redner, die kein Blatt vor den Mund genommen haben.

Ein selbstbewusster und emotionaler Auftakt zum Kongress

 

Das Eröffnungsvideo (s.o.) sorgte schon einmal für die passende Einstimmung auf den Kongress. Was daher kommt wie das Intro zu einem Videospiel hat durchaus ernsten Inhalt. Es arbeitet sukzessive derzeit prominente Szenarien ab:

  • Eine radikalisierte Person, die in Sozialen Netzen zu Straftaten aufruft wird durch eine konsequente Überwachung des Netzwerks identifiziert und polizeilich gestellt. Nachdem der Person die Flucht gelingt, wird ihr aktueller Aufenthaltsort (…wie auch immer…) identifiziert und sie wird dort verhaftet.
  • Cyber-Attacke auf kritische Infrastrukturen: Die Energieversorgung einer Stadt wird deaktiviert. Rasch wird der hierfür verantwortliche Trojaner identifiziert, die Störungen behoben und die Anlagen wieder in Betrieb genommen.
  • Der Versuch eines terroristischen Anschlags auf ein Fußballstadion: Die Bedrohung wird bereits durch die auffällige Kommunikation der (potentiellen) Terroristen via Smartphones identifiziert. Die Position der (potentiellen) Terroristen wird durch Ortung der Smartphones festgestellt. Es folgt polizeilicher Zugriff und Festnahme.
  • Eine (handelsübliche) Flugdrohne wird von einer verdächtigen Person in die Flugbahn eines Passagierflugzeuges gesteuert. Die Drohne wird über Radar (oder alternativer Sensorik) erkannt und via Jamming ausser Gefecht gesetzt.

Vielsagend endet die Videoeinspielung mit den Worten „It´s not a game. This is reality“. Eine Aussage die zweideutig beängstigend sein kann – Was sollten wir mehr fürchten: die Szenarien des Terrors, oder die Macht die durch technologische Gegenmaßnahmen an unsere Nachrichtendienste und Behörden übertragen wird?

Großes Kino, guter Inhalt

Israel HLS Cyber

Multimedial durchaus etwas auffallend, Inhaltlich jedoch auch auf einem sehr hohen Niveau. Es ist klar, in Israel weiß man über Sicherheit zu sprechen. Dies gilt hinsichtlich Bedrohunsszenarien und Risikobewertung ebenso wie für die physische und die Cyber-Sicherheitswelt.

Doch was diesen Kongress wahrlich zu etwas besonderem macht ist, dass er nicht – wie so viele – die beiden Welten getrennt voneinander behandelt, sondern vielmehr auch Szenarien diskutiert in denen sich beide begegnen. Dies ist faszinierend und beängstigend zu gleich – aber es ist dringend notwendig. Denn wie heißt es noch so schön in dem Eröffnungsvideo: „This is reality“.

Ich werde in den nächsten Wochen nach und nach weitere Inhalte aus dem Kongress publizieren. Schauen Sie bald wieder vorbei! Oder diskutieren Sie mit mir auf Facebook.