Vom Zeitvertreib zum Sicherheitsrisiko?

Ich habe schon einige technische Spielereien ausprobiert. Nichts hat mich aber so begeistert, wie das Fliegen mit einer Drohne. Letztes Jahr habe ich auf Mauritius mit einer Drohne Urlaubsbilder aus einer ganz anderen Perspektive machen können. Wunderschöne Landschaftsaufnahmen und Bilder von Sehenswürdigkeiten aus der Vogelperspektive.

Von Hobby-Pilot zum Spion und Saboteur  

Leider wird aus dem Hobby “Drohne” langsam aber sicher ein unangenehmes Unterfangen. Inzwischen wird man nicht selten skeptisch beäugt, wenn man eine Drohne steigen lässt, um beispielsweise Luftaufnahmen zu machen.

Diese Skepsis ist nicht unberechtigt, denn zu viele Vorfälle lassen die Drohnen in ein negatives Licht rücken. Drohnen über Menschenmassen, Drohnen, die auf wenige Meter an Staatschefs und Promis heranfliegen, Drohnen, welche die Rettungs- und Löscharbeiten von Feuerwehr beobachten und behindern, Drohnen, welche auf der Autobahn mit Fahrzeugen kollidieren, Drohen die an Flughäfen eine ernste Gefahr für die bemannte Luftfahrt darstellen – die Liste ließe sich schier endlos fortsetzen. Die jüngsten Ereignisse dieser Art spielten sich am Londoner Flughafen Heatrow ab. Gerade einmal drei Wochen, nachdem ähnliche Vorfälle am Flughafen Gatwick gemeldet wurden. Als Vorsichtsmaßnahme mussten zahlreiche Flüge gestrichen werden und der ganze Flughafen für mehrere Stunden lahmgelegt werden. Insgesamt waren laut Medienberichten 140.000 Reisende betroffen.

Tweet des offiziellen Profils des Flughafen London Heathrow

Strengere Kontrollen von Drohnen

Zukünftig soll in Großbritannien die Nutzung von Drohnen im Umkreis von 5 Kilometern um Flughäfen verboten werden. In Deutschland ist die Nutzung von Drohnen bereits heute im Umkreis von 1,5 Kilometern um Flughäfen untersagt. Für Drohnen-Piloten ohne böse Absichten ist dies leicht zu prüfen. Die deutsche Flugsicherung hat eine App herausgebracht, in der man seinen Standort prüfen kann. So lassen sich Flugverbotszonen leicht erkennen. Diese ist im App-Store und bei Google Play erhältlich. Unter Berücksichtigung der neuen Drohnenverordnung kann man also sein Hobby als Drohnen-Pilot ausüben, ohne Ärger zu verursachen.

Screenshot der App der Deutschen Flugsicherung

Drohnen können vom Radar nicht gesehen werden

Drohnen können vom Radar nicht gesehen werden. Wenn ein Fluglotse vom Tower aus eine Drohne sichtet und diese wieder aus den Augen verliert, kann dies schnell einen ganzen Flughafen lahmlegen, da die Gefahr nicht eingeschätzt werden kann. Drohnen teilen sich mit Helikoptern, Luftsportgeräten und dem Flugverkehr an Flugplätzen den unkontrollierten Luftraum (50 – 500m). Es gilt die Regel der gegenseitigen Rücksichtnahme nach Sicht. Drohnen (UAV) sind allerdings für Piloten von bemannten Flugzeugen nicht sichtbar, sowie der Luftraum um das UAV für Drohnenpiloten nicht sichtbar ist. Dies stellt einen Mischbetrieb mit erheblichem Gefahrenpotential dar, da man auch davon ausgehen muss, dass der Drohnenpilot ohne Ausbildung keine Kenntnisse über die gängigen und gültigen Verfahren im freien Luftraum hat.

Drohnen-Detektion am Flughafen

Um für mehr Ausfallsicherheit zu sorgen, rüsten Flughäfen sich zusätzlich zum Radar mit Drohnen-Detektionen aus. Die Vorteile dieser Systeme liegen für die Betreiber der Flughäfen auf der Hand. Mit diesen Systemen lassen sich Drohnen nicht nur entdecken, verfolgen und auf einem Lageplan anzeigen, sondern auch die Quelle des Steuersignals feststellen und lokalisieren. Handelsübliche Drohnen empfangen ihre Steuersignale vom Sender im 5,8 GhZ-Bereich. Die Signale sind zwar untereinander codiert, jedoch lassen diese sich nicht verstecken. Damit ist die Quelle, also der Pilot, relativ leicht aufzuspüren. Flughäfen bleibt damit die langwierige Suche nach der Drohne mit all den unliebsamen Nebeneffekten (Flugausfall, Sperrung des Flugbetriebs) erspart.

Autor: Peter Dupach

Quellen:

https://www.zeit.de/mobilitaet/2019-01/heathrow-london-flughafen-stopp-abfluege-drohnen

http://www.spiegel.de/politik/deutschland/wahlkampf-in-dresden-foto-drohne-stuerzt-direkt-vor-merkel-ab-a-922355.html

https://www.n-tv.de/panorama/Auto-prallt-mit-Drohne-zusammen-article19678293.html

https://www.stuttgarter-zeitung.de/inhalt.brand-im-schwarzwald-drohne-behindert-rettungshubschrauber-einsatz.22f965de-72f4-4408-b07a-e3523863637b.html

http://www.spiegel.de/politik/ausland/grossbritannien-flughaefen-gatwick-heathrow-setzen-drohnen-abwehr-ein-a-1246347.html

https://www.bmvi.de/SharedDocs/DE/Publikationen/LF/flyer-die-neue-drohnen-verordnung.pdf?__blob=publicationFile